Eine große Lebenshilfe Familie ist entstanden
Aus der Lebenshilfe Buchen und der Lebenshilfe Mosbach wird der Verein Lebenshilfe Buchen-Mosbach und Umgebung. Damit entsteht aus zwei Vereinen, die sich beide seit vielen Jahrzehnten für Menschen mit Behinderung und ihre Familien einsetzen, eine starke Gemeinschaft mit über 400 Mitgliedern. „Nachdem 2024 die ersten konkreten Gespräche geführt worden waren, wurde dieses Jahr nun die Verschmelzung vollzogen“, informiert Bernd Rathmann, der Vorsitzende der Lebenshilfe Buchen, im Gespräch mit der Rhein-Neckar-Zeitung.
Lebenshilfe Buchen und Lebenshilfe Mosbach haben fusioniert
Die Verschmelzung der beiden Vereine – die Lebenshilfe Mosbach wurde mittlerweile aufgelöst – erfolgte aus dem gleichen Grund, der viele Vereine umtreibt: fehlender Nachwuchs. „Wir wollten den Verein in jüngere Hände überführen, und der Großteil der Vorstandschaft war bereits seit 26 Jahren aktiv“, berichtet Thomas Wagner, der frühere Vorsitzende der Lebenshilfe Mosbach. „Wir haben bei Veranstaltungen mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass wir eine Verjüngung des Vorstands brauchen, damit der Verein weiterexistieren kann. Wir gehen alle Richtung 70. Da jedoch keine Resonanz gekommen ist, haben wir uns Gedanken gemacht, wie es weitergehen kann.“ Es war damals klar, dass der Lebenshilfe Mosbach die Auflösung drohte. Das galt es zu verhindern.
Bei den Mitgliederversammlungen beider Lebenshilfen, die ohnehin bereits gute Kontakte pflegten, wurde die Idee eines Zusammenschlusses positiv aufgenommen. „Für uns in Buchen war ganz klar, dass die Lebenshilfe Mosbach, die 1966 gegründet wurde, nicht verschwinden darf und dass die Lebenshilfe den gesamten Landkreis abdecken soll“, sagt Bernd Rathmann. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich damit auseinandersetzten, wie ein gemeinsamer Verein aussehen könnte.
„Der Vorteil für die Mosbacher Mitglieder, die zwischenzeitlich in die Lebenshilfe Buchen übernommen wurden, ist, dass sie die Angebote der Lebenshilfe Buchen nutzen können“, sagt Beate Gätschenberger, die frühere zweite Vorsitzende der Lebenshilfe Mosbach. Und die Angebote im Bereich Buchen können sich bekanntlich sehen lassen: Das schöne und funktionale Lebenshilfezentrum in Hainstadt mit Geschäftsstelle und Übernachtungsmöglichkeiten spricht für sich, und die Angebote reichen vom Samstagstreff über die Junge Lebenshilfe, Gottesdienste mit Diakon Gerhard Gramlich, den Kreativtreff, die Happytones, die Theatergruppe und vielem mehr.
„Der räumliche Abstand ist nun größer, aber da finden wir auch Lösungen“, meint Beate Gätschenberger und weist darauf hin, dass der familienentlastende Dienst der Lebenshilfe in den Räumlichkeiten der Johannes-Diakonie aufrechterhalten wird. Eigene Räumlichkeiten hatte die Lebenshilfe Mosbach nie, was auch mit der historisch gewachsenen, engen Verbindung der Lebenshilfe Mosbach mit der Diakonie zusammenhängt.
Die Verschmelzung – die für alle Beteiligten mit großem bürokratischen Aufwand verbunden war – ist vollzogen, nun sollen die Mitglieder aus Buchen und Mosbach Stück für Stück weiter zusammenwachsen und Kontakte pflegen. „Unsere Weihnachtsfeier fand auch schon gemeinsam statt“, freut sich Beate Gätschenberger über den harmonischen Start der neuen Gemeinschaft.
„Wir haben nun einen großen Verein und sind eine starke Stimme für Menschen mit Behinderung“, unterstreicht Diakon Gerhard Gramlich. „Diesen Menschen eine Stimme zu geben, ist unsere Aufgabe. Dafür sind wir da“, betont er. Diese Haltung teilen auch Bernd Rathmann, Beate Gätschenberger und Thomas Wagner. Die politische Entwicklung in der Bundesrepublik und mögliche Auswirkungen auf Menschen mit Behinderung verfolgen die vier mit großer Sorge.
Quelle: Bild und Text, mit freundlicher Genehmigung von Tanja Radan, Rhein-Neckar-Zeitung